Der Hafen

Halb links auf unserem Hafenbild
steht eines jener roten Backstein-
huser, die auch heute noch viele
historische Stadtkerne ehemaliger
Mitgliedsstdte der deutschen Han-
se in der norddeutschen Tiefebene
prgen. Es ist das Kontor, das
sowohl die Wohn- wie auch die
Geschftsrume des Kaufmanns
beherbergt. Der wuchtige Treppen-
giebel, als Verblendung der Fassade
ohne praktischen Nutzen, entspricht
dem Reprsentationsbedrfnis und
Stolz der reichen hansischen Kauf-
leute, die alles daranlegen, es den
Adligen gleichzutun. Die oberen
Stockwerke sind, wie an den Luken
unschwer zu erkennen ist, die
Lagerbden. Die Waren werden mittels
eines ber der obersten Luke ange-
brachten Flaschenzuges aussen an
der Wand hochgezogen bzw. herabge-
lassen. Auch das Gebude in der
Mitte ist in gewisser Weise
charakteristisch fr die mittel-
alterliche Stadt. Denn da es weder
verbindliche Normen noch schrift-
lich fixierte Bauplne gab, war die
Architektur eines Hauses im wesent-
lichen dem Gutdnken des Bauherrn
bzw. den mndlich von Generation
zu Generation weitervermittelten
Fertigkeiten des Baumeisters ber-
lassen. 
Lediglich wenn das Wohl des Gemein-
wesens auf dem Spiel stand, etwa 
durch Verletzung der Brandschutz-
vorschriften, griff die Obrigkeit 
ordnend ein. Wenn nun einem Haus-
besitzer sein Domizil zu klein ge-
worden war, so liess er einfach, 
Statik  hin, Baustil her, ein 
Stockwerk daraufsetzen. Dabei kam 
es oft zu berhngen, wenn die 
Grundflche des oberen Stockwerks 
grsser war, als die des darunter-
liegenden. Als Folge davon drang 
in manch hohle Gasse zwischen
derart vergrsserten Stadthusern
den ganzen Tag lang kein einziger
Sonnenstrahl.
Der untere Teil des abgebildeten
Hauses beherbergt die Hafenkneipe,
wo Sie unter anderem die Be-
satzungen Ihrer Schiffe anheuern
knnen. Im oberen Stockwerk des
Fachwerkhauses befindet sich der
Geldverleiher. 
Der Torweg zwischen den beiden
genannten Husern fhrt zum
Waffenschmied. Bei ihm knnen
Sie spter Ihre Schiffe mit ver-
schiedenen Schiess- und Wurf-
apparaten ausrsten und Handwaffen 
kaufen, mit denen Sie Ihre Stadt-
wehr bewaffnen oder einer anderen
bedrngten Stadt helfen knnen. 
Die Gasse rechts von der Kneipe 
fhrt zum Marktplatz. Der Prunk-
bau ist die Gildenhalle. Es gibt 
in jeder Stadt eine Gilde. Um
Ihren guten Ruf als Kaufmann zu 
festigen, sollten Sie die Mit-
gliedschaft in mglichst vielen
Gilden anstreben - wenn auch der
Beitritt nicht gerade billig ist. 
Doch zunchst mssen Sie sich 
durch erfolgreichen Handel An-
sehen und - auch nicht ganz un-
wichtig - Geld verschaffen.


Das Kontor ist die "Kommandozen-
trale" des Hndlers

Die typische Karriere eines
mittelalterlichen Fernhndlers
sah in etwa so aus: Mit sechs
Jahren begann der Unterricht in
einer kirchlichen oder stdtischen
Schule. Die Lernfcher waren 
Lesen, Schreiben, Rechnen, sowie
Latein und Kirchengesang, denn, 
wie heisst es so schn: non
scholae sed vitae discimus. War
der Jngling durch diszipliniertes
Pauken, fromme Gesnge und schmerz-
hafte Stockhiebe gengend auf das 
Leben vorbereitet, trat er seine
Kaufmannslehre an. In einzelnen
Fllen wurde sie bereits mit zwlf
Jahren begonnen.Dabei kam der an-
gehende Kaufmann oft vom Regen in 
die Traufe, denn er war seinem
Lehrherrn, bei dem er auch wohnte, 
auf Gedeih und Verderb ausgeliefert 
und musste hufig alle mglichen 
huslichen Arbeiten verrichten. 
In der Regel war die Lehrzeit mit
einem mehrjhrigen Aufenthalt im
Ausland verbunden, damit der Jung-
hndler die Sitten und Gebruche 
seiner auslndischen Geschfts-
partner kennenlernte. Zunchst 
jedoch lernte er die Sitten und 
Gebruche seiner Zunftgenossen 
kennen. Streiche wie das "Water-
spell", das "Burgspiel", das 
"Aaltreten" oder das "Schweine-
abbrhen" waren, wie schon die 
Namen vermuten lassen, nicht 
eben feinsinnig. 

Besonders rauh soll es dabei in
Bergen zugegangen  sein, denn von
dort wird berliefert, dass auch 
schon mal der eine oder andere 
Lehrjunge auf der Strecke ge-
blieben ist.
 
Fr die glcklichen berlebenden
begann nach der Lehre die Zeit
des Reisens. 
Whrend der Handelsherr im hei-
mischen Kontor seine Unterneh-
mungen plante, sein Geld zhlte 
oder gar ein politisches Mandat 
im stdtischen Rat wahrnahm,
begleitete der Geselle die Waren
und wickelte in der Fremde im 
Auftrag seines Herrn die Geschfte 
ab. Schliesslich trat der Kaufmann 
in die vterliche oder - gnstige 
Heirat vorausgesetzt - schwieger-
vterliche Firma ein, um sie 
spter zu bernehmen. Nun war es 
an ihm, zu planen und zu zhlen und
seine Schiffe zu den verschiedenen
Handelsniederlassungen zu schicken.

Das Kaufmannshaus war, so protzig
es durch den vorgebauten Treppen-
giebel von aussen auch wirken 
mochte, eher mssig komfortabel. 
Es gab in der Regel nur eine Wr-
mequelle, Kamin oder Kachelofen,
um  den herum sich die Wohn- und
Schlafrume gruppierten. 

Zentrum des huslichen Lebens war 
die "gute Stube", ein bescheiden 
eingerichtetes, immerhin aber gut 
beheizbares Zimmer, in dem sich 
die Hausgemeinschaft zu den Mahl-
zeiten traf, Besuch empfing und 
Feste gab. Die Dachgeschosse der 
Kaufmannshuser waren meistens 
als Speicher fr die Handelsware 
ausgebaut. Die sanitren Ein-
richtungen befanden sich im
Hinterhof. Glasscheiben gab es
erst ganz vereinzelt. In der Regel 
wurden die Fenster mit lpapier 
oder Schweinsblasen verschlossen.




Der freundliche
Geldverleiher vermittelt Kredite


Obwohl die Hanse im Verlauf ihrer
Geschichte zur bedeutendsten 
Handelsmacht im nordeuropischen
Raum aufstieg, entwickelte sich in
den deutschen Hansestdten nie
ein so florierendes Bankenwesen,
wie es etwa zur selben Zeit in
Brgge existierte. Das lag haupt-
schlich daran, dass es den Brgern,
die Geld besassen, verboten war,
Zinsen fr Kredite zu nehmen. 

Dieses Geschft wurde vornehm-
lich Aussenseitern wie etwa reichen
jdischen Geschftsleuten oder aus-
lndischen, insbesondere italie-
nischen Bankiers berlassen, die
allerdings in Norddeutschland nie
recht Fuss fassen konnten.
Natrlich bestand trotz dieses
Verbots ein Interesse daran, das
Kapital fr sich arbeiten zu lassen.
So wurden phantasievolle Wege
ersonnen, das Verbot zu umgehen,
indem man die Zinsen etwa als 
"Spenden" deklarierte. Letztendlich 
waren auch die Adligen bis hinauf
zum Kaiser auf das Geld der Brger 
angewiesen.



Das Schiffsvolk liebt die Kneipe

Als im 14. Jahrhundert mehr und 
mehr Kaufleute sesshaft wurden, 
nahm die Bedeutung des Kapitns-
berufs immer mehr zu. Er heuerte 
im Auftrag seines Reeders die 
Mannschaft an und war fr Schiff 
und Ladung auf See allein ver-
antwortlich. Oftmals wickelte er 
sogar im Zielhafen die Geschfte 
fr seinen Herrn ab. Entsprechend 
hoch war auch das Ansehen des 
Kapitns. Oftmals bekleidete er in
der Stadt ein hohes politisches
Amt. Einige Kapitne gehrten sogar
der patrizischen Oberschicht an. 
Weniger gut war es um die
Mannschaften bestellt. Der
auch im 15. Jahrhundert noch
gebruchliche Begriff "schipkindere",
also Schiffskinder, deutet auf ein
patriarchalisches Verhltnis zwi-
schen der Schiffsfhrung und der
Besatzung hin. 

In schwierigen Situationen war der
Schiffer gehalten, sich mit seiner
Mannschaft zu beraten. Doch je
grsser die Schiffe wurden, um so
mehr differenzierte sich auch der
Seemannsberuf. 

Der Status der Mannschaften glich
sich immer mehr dem lohnab-
hngiger Arbeiter an, whrend der
Kapitn zum alleinverantwortlichen
Fhrer avancierte, dem unbedingt
zu gehorchen war. 
Natrlich kam es infolge dieser 
Entwicklung hufig zu Unruhen und 
Desertionen. Deshalb wurden auf
dem Hansetag von 1418 Statuten 
beschlossen, die demjenigen harte 
Strafen androhten, der in einer 
Notsituation sein Schiff im Stich 
liess.

Warten

Um ein Schiff im Hafen liegen zu
lassen, klicken Sie den Segler
rechts vor dem Kran an der
Kaimauer an. 
Auf der Bulle wird das Datum
angegeben, wann es wieder am
Zug sein soll.
Dieses Datum knnen Sie durch
Anklicken von "mehr" oder
"weniger" verndern. 
Die krzeste Liegezeit ist ein Tag.

