1. Was tut sich derzeit am Logistik-Sektor?

Der gesamte Logistikbereich durchluft derzeit - fast unabhngig
von Branche und Unternehmensgre - den strksten Umstrukturierungs-
proze der letzten Jahrzehnte.

ber die Notwendigkeit, logistikorientierte Strukturen in den
produzierenden Unternehmen und im Handel einzufhren, besteht
heute kein Zweifel mehr. Schwieriger wird die Antwort, wenn nach
dem "WIE" gefragt wird, da es keine Logistik "von der Stange" zu
kaufen gibt. Jedes Unternehmen mu hier seinen eigenen Weg finden
und gehen, z.B. auch mit Hilfe von externen Spezialisten. Zwar
gibt es mittlerweile eine breite Palette von fertig am Markt
abrufbarenen Logistik-modulen sowohl auf der Hardware als auch auf
der Software-Seite, aber der Aufbau eine logistischen Netzwerkes
ist auch stark geprgt von Fragen der Organisation, zumal dabei
die gewachsenen Strukturen der Unternehmen erst einmal auf-
gebrochen und verndert werden mssen.

Lange Zeit stand bei der Bewirtschaftung des Produktionsfaktors
Material allein der Preis im Vordergrund. Seit dem Aufkommen einer
gesamtlogistischen Betrachtungs-weise haben die von den Bestnden
verursachten Kosten und das in ihnen gebundene Kapital zunehmend
an Bedeutung gewonnen.

Heute, in einer Zeit, die von Just-in-Time-Philosophien, Lean
Production-Konzepten und Down-Sizing-Vorgehensweisen geprgt ist,
werden Lagersysteme zuerst einmal uerst skeptisch betrachtet,
weil man den Begriff "Lager" sofort mit einer hohen
Kapitalbindung in Verbindung bringt. Die Antwort darauf kann nur
in der Devise "hchstmglicher Aussto bei uerst geringem
Kapitaleinsatz" liegen.

Die Logistik hat die Grenzen ihrer Anwendung in Produktion und
Distribution lngst verlassen. Sie ist zu einem Wettbewerbs- und
Erfolgsfaktor geworden und rckt berdies zunehmend in das
Blickfeld allgemeinen ffentlichen Interesses. Neue
Anwendungsfelder, wie die Gestaltung des Wirtschaftsverkehrs in
Ballungs- gebieten ("City-Logistik") oder kooperative
Gterverkehrslsungen sind inzwischen entstanden.

Denn Logistik ist nicht mehr ausschlielich als innerbetriebliches
Rationalisierungs-instrument durch die Nutzung von
Synergieeffekten zu betrachten, sondern wird selbst immer mehr zum
aggressiven Marketinginstrument gegenber Mitbewerbern und Kunden
v.a. durch die Komponenten Servicegrad und Zuverlssigkeit.

Eine geringe Effizienz in den Bereichen Lagerhaltung und Versand,
verursacht durch Kompetenzgerangel zwischen Einkauf, Produktion
und Vertrieb, ist nur eine Ursache, sich ber die Umstrukturierung
der Logistikorganisation Gedanken zu machen.
Beispielsweise stellt sich der Werksfuhrpark vielfach selbst in
Frage, da Image-grnde die auftauchenden Fragen hinsichtlich der
Wirtschaftlichkeit der firmen-eigenen LKW-Flotte berdecken.

Die Forderung nach immer krzeren Lieferzeiten, niedrigeren
Bestnden und dennoch hoher Lieferbereitschaft verlangt nach
Logistik-Systemen, die sich durch ein Hchstma an Leistung,
Flexibilitt und Wirtschaftlichkeit auszeichnen.

