3. Welche Konsequenzen ergeben aus den Outsourcinganforderungen
   fr den Transportsektor ?

Fr den Transportsektor bedeutet diese Entwicklung, da nicht mehr
die bloe Carrierfunktion den zuknftigen Transportmarkt bestimmen
wird. Gefragt sind vor allem intelligente und umfassende
Logistiklsungen, die dem Handel und den Produzenten wieder mehr
Zeit und Spielraum geben, sich auf die ureigensten
Unternehmensttigkeiten zu konzentrieren.

Die kostenrechnerisch stets brisante Frage nach dem "make or buy",
also die Frage, ob logistische Aufgaben im eigenen Bereich gelst
oder an externe autorisierte Dienstleistungsunternehmen bertragen
werden sollen, wird insbesondere bei der Bewltigung von
untypischen und stark schwankenden Gtermengen aufgeworfen, das
sind  vor allem jenen Bereiche mit einer geringen Anzahl von
Artikeln in Verbindung mit hohen Ausliefermengen oder auch
Bereiche mit einer groen Artikelanzahl mit besonders niedrigen
Auslieferungsmengen.

Wachstumschanchen und Wettbewerbsvorteile ergeben sich fr gute
Unternehmen immer wieder. Trotzdem ist die zeitgerechte,
systematische Beschftigung mit den Einflufaktoren auf die
Einzelelemente der logistischen Kette eine wesentliche
Voraussetzung fr den Gesamterfolg. Erst spezifisch erstellte
Lagerkonzeptionen lassen erkennen, wie mit fortschrittlichen
Logistiksystemen die in der tglichen Praxis anstehenden Aufgaben
einer rationellen Vorratshaltung, Bereitstellungs- und
Kommissioniertechnik funktionell gelst werden knnen.

Der Wegfall der Grenzen durch den sterreichischen EU-Beitritt
bedeutet fr die Wirtschaft gleichermaen Chancen wie Risken.
Unternehmerische Anpassungs-bereitschaft, Voraussicht,
strategisches Vorgehen und vor allem Flexibilitt im Denken sind
heute mehr denn je gefordert.

Zahlreiche Unternehmen, die frhzeitig logistische Strategien
umgesetzt, Marktnischen besetzt und Kostenreduzierungen erreicht
haben, demonstrieren, wie sich mit innovativen Produkten und
Dienstleistungen auch unter ungnstigen Rahmenbedingungen fr den
Kunden befriedigende Lsungen erreichen lassen.

Im Zeichen von Lean-Strukturen, Re-Engineering und Erhhung der
Wettbewerbs-fhigkeit bei gleichzeitig gesteigerten
Dienstleistungsanforderungen ist es geradezu eine Notwendigkeit,
logistische Ablufe zu optimieren. Nur damit lt sich der
Produktionsfaktor "Information" nach wirtschaftlichen
Gesichtspunkten zur Erreichung der Unternehmensziele nutzen. Zur
Bewertung der Information in der Logistik und fr deren
betriebswirtschaftliche Quantifizierung bestehen heute noch kein
allgemeingltigen Mastbe. Kundenorientierte Unternehmen sind
allerdings meist deshalb so erfolgreich, weil die Information fr
ihre Kunden einen Wert besitzt, der neben der Leistungsfhigkeit
des Produkts auch honoriert wird - mit Auftrgen.

Die Verwendung neuer Techniken und Organisationsformen ist mit den
Forderungen, die die verladenden Wirtschaft einerseits und Staat
und Gesellschaft andererseits an die Transportwirtschaft stellen,
eng verknpft.

Die Bandbreite von strategischen Logistikentscheidungen fr
Neuplanung und Neugestaltung oder Reorganisation von
Warenverteilungsstrukturen und -ablufen kann im Kern auf zwei
Entscheidungsblcke reduziert werden:


a) die raum- zeitliche Durchfhrung der Warenverteilung unter
   Bercksichtigung des Mengen und Sortimentsausgleichs sowie Aspekte
   der Qualtittssicherung.
   Hauptfrage: zentrale oder dezentrale Distribution

b) Festlegung der Warenverteilungstiefe als Ergebnis von Make-or-
   Buy-Ent-scheidungen ber logistische Grundfunktionen


Der Trend zum Outsourcing von Logistikfunktionen wird sich in den
nchsten Jahren noch verstrken, da er fr viele an
Kosteneinsparung interessierte Unternehmen eine der letzten noch
verbleibenden Optionen darstellt, nach dem Abbau des eigenen
Werksverkehrs weitere Rationalisierungspotentiale auszuschpfen.
Die Analyse der konkreten Erfolgschancen, das Wissen um die echten
Logistikkosten oder etwa Modelle zur Durchlaufzeitenminimierung
sind wesentliche Schritte zur Erreichung des Zieles, leichter und
schlanker - nmlich lean - zu werden.

Im Kern geht es bei allen berlegungen zum Thema "Lean-
Production" um das Abspecken von gemeinkostenintensiven Bereichen.
ber viele Jahre haben sich diese in den Unternehmen aufgebaut und
besitzen keinen direkten Bezug zur originren Wertschpfungskette.

